Wupperthal von oben — ein weiß getünchtes Missionsdorf im Cederberg
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Wupperthal, Südafrika — ein Missionsdorf am Ende der Straße

Wupperthal ist ein Herrnhuter Missionsdorf im Cederberg-Gebirge in der Westkap-Provinz Südafrikas, gegründet 1830 von deutschen Missionaren aus dem Wupper-Tal — daher der Name. Das Dorf ist bekannt für die älteste Schuhfabrik Südafrikas (1836), in der noch heute handgenähte Veldskoene („Vellies“) entstehen, und für Rooibos-Tee, der auf den Hängen rund um das Dorf angebaut wird.

Das Dorf

Wupperthal liegt am Ende einer Schotterstraße im Tra-Tra-Tal, am nördlichen Fuß des Cederberg-Gebirges. Es ist ein arbeitendes Missionsdorf, keine Touristenanlage: weiß getünchte Häuser, die Herrnhuter Kirche, Die Werf (der gemeinschaftliche Hof) und die älteste Schuhfabrik des Landes. Nach dem verheerenden Brand von 2018 wurde das Dorf von seiner Gemeinschaft in weniger als 18 Monaten wieder aufgebaut.

Die Schuhfabrik — Vellies aus Wupperthal

Die Wupperthal Schuhfabrik wurde 1836 von dem Missionar Johann Gottlieb Leipoldt, einem gelernter Schuhmacher, gegründet — die älteste Schuhfabrik Südafrikas. Fast zwei Jahrhunderte später werden die Veldskoene hier noch immer von Hand geschnitten und genäht. Nelson Mandela besuchte die Fabrik in den späten 1990er-Jahren und verließ sie mit einem Paar Schuhe.

Vellies sind leichte Stiefel, ein Cousin des Chukka- oder Wüstenstiefels, mit Sohlen aus Kreppgummi oder — in der sparsamen Tradition — aus alten Autoreifen. Ein Paar kann man direkt an der Tür kaufen; es gibt keine feste Preisliste, die Preise werden in der Werkstatt festgelegt.

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Rooibos, direkt von der Quelle

Rooibos wächst wild nur in dieser Ecke der Welt und wird seit Generationen auf den Hängen rund um Wupperthal angebaut. Die Wupperthal Original Rooibos Co-operative (gegründet 2009, Fairtrade-zertifiziert 2010) vermarktet den Tee als „Wupperthal Rooibos 1830“. Im Dorf kann man ihn direkt an der Quelle kaufen — so nah am Ursprung, wie Rooibos nur sein kann.

Anreise

Von Kapstadt fährt man etwa 4½ bis 5 Stunden über die N7 nach Clanwilliam und dann über den Pakhuis-Pass (ca. 75 km, größtenteils Schotter, für einen normalen Pkw bei trockenem Wetter gut machbar). Im Dorf gibt es keine Tankstelle und keinen Geldautomaten — tanken und Bargeld abheben in Clanwilliam.

Anreise im Detail (Englisch) ›

Unterkunft

Übernachten kann man in restaurierten Missionshäusern im Dorf, auf Farmen im Tal oder beim Camping am Tra-Tra-Fluss und im nahen Biedouw-Tal. Es gibt keine zentrale Buchungsstelle — die Dorfhäuser werden lokal über das Missionsbüro arrangiert, Farmen und Campingplätze bucht man direkt.

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Die Blumenpracht

Im Frühling (etwa Ende Juli bis Anfang September) blühen im Biedouw-Tal auf dem Weg nach Wupperthal die Namaqualand-Wildblumen — ein Teppich aus orangen, weißen und goldenen Gänseblümchen nach dem Winterregen.

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Karte des Tals

Eine interaktive Karte des Dorfes, der Schuhfabrik, der Außenstationen, der Pässe und der Unterkünfte.

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